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Ein erfundener Konflikt??

23.11.2025

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Programm

Sonntag, den 23. November 2025
15 Uhr: Beginn und Begrüßung durch Eike Berg
15.20 Uhr: Rainhard Riepertinger: Eine andere Wirklichkeit: zur Sonderstellung des Herzogtums Bayern im Bauernkrieg
15.50 Uhr: Daniel Herrmann: Planetarische Bauern
16.20 Uhr: Pause
16.30 Uhr: Oliver Krätschmer: Die Kunst der Historiografie - Wie Geschichte zum Werk wird
17 Uhr: Diskussion mit Publikumsbeteiligung
18 Uhr: Ende
Teilnahme frei

Der Schafhof – Europäisches Kunstforum Oberbayern zeigt vom 27.09. bis 30.11.2025 die Ausstellung Planetarische Bauern. Die Ausstellung entstand anlässlich des 500. Jahrestags der Bauernkriege in Deutschland in Kooperation mit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und Werkleitz in Halle (Saale) und übernimmt von dort sechs künstlerische Positionen.

Begleitend zur Ausstellung veranstaltet das Kunstforum ein wissenschaftliches Symposium unter dem Titel Ein erfundener Konflikt?? Die Vorträge und Gespräche fokussieren den Blick auf gesellschaftliche Fragen und Problemstellungen, die vor 500 Jahren zu den Bauernkriegsereignissen führten und in veränderter Form in verschiedenen Gesellschaften rund um den Globus noch heute aktuell sind. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst, historische und gegenwärtige Ereignisse darzustellen und zu vermitteln und die Betrachtenden für die Zusammenhänge zu sensibilisieren.

Dazu hat das Kunstforum folgende Gäste eingeladen: den Historiker Dr. Rainhard Riepertinger, stellvertretender Direktor des Hauses der Bayrischen Geschichte in Regensburg/Augsburg, den Initiator der Ausstellung und Leiter von Werkleitz, Daniel Hermann, und den Kunsthistoriker Oliver Krätschmer von der Université Fribourg (Schweiz). Vom Kunstforum nehmen der Leiter Eike Berg und der Kurator Dr. Björn Vedder teil.

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Daniel Herrmann zeigt, wie sich die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung mit den Bauernkriegen und der gesellschaftlichen Problemstellungen damals und heute auseinandersetzen und situiert diese Auseinandersetzung im Kontext des planetarischen Denkens. Das ist eine Strömung der zeitgenössischen Kulturwissenschaften, bei der nicht der Mensch im Zentrum steht, sondern die Erde innerhalb des Kosmos.

Rainhard Riepertinger spricht über den Bauernkrieg in Altbayern, erklärt, warum er hier – im Gegensatz zu vielen anderen Orten – keinen Widerhall fand und skizziert die Stimmungslagen in der Bevölkerung. Obwohl das Herzogtum Bayern 1525 von den Aufstandsgebieten in Schwaben, Franken, Salzburg und Tirol nahezu umringt war, schlossen sich die bayerischen Bauern den Aufständischen nicht an. Im Gegenteil: Sie stellten sich sogar hinter ihre Landesherrschaft. Es blieb trotz einer angespannten Stimmungslage, vereinzelten Demonstrationen und Beschwerdeformulierungen ruhig. Rainhard Riepertinger stellt diese etwas andere Wirklichkeit vor und geht auf die Ursachen dieses Phänomens ein.

Der Kunsthistoriker Oliver Krätschmer richtet den Blick auf die Rückkehr der Geschichte in der bildenden Kunst. Mit dem Aufkommen der Avantgarde-Bewegungen schien auch die ehemalige Königsdisziplin der Historienmalerei bedeutungslos geworden zu sein. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts beginnt die Kunst, sich wieder der Vergangenheit zuzuwenden. Daraus ergeben sich zwei Fragen: Inwieweit können Kunstwerke Einblick in die Geschichte gewähren? Und was verrät die Wiederkehr der Geschichte in der Kunst über die Gegenwart?