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INPUT 015 | Europäisches Residenzprogramm

Terminhinweis

Offene Ateliers im Schafhof – Europäisches Kunstforum Oberbayern, Präsentationen und Gespräch mit Marlene Lahmer (Österreich), Marios Pavlou (Zypern) und Péter Koppányi (Ungarn)

Künstlerischer Input

In der Reihe „Input“ stellt das Europäische Kunstforum Oberbayern in Freising Kunstschaffende und Kunstpositionen vor, die mit dem Europäischen Residenzprogramm des Bezirks Oberbayern zusammenhängen. Am Sonntag, 29. März 2026 um 16 Uhr öffnen sich die Türen der Kunstateliers. Marlene Lahmer (Österreich), Marios Pavlou (Zypern) und Péter Koppányi (Ungarn) zeigen ihre Arbeiten und sprechen über ihre Kunst. Der Eintritt ist wie auch zur parallel laufenden Kunstausstellung „VERSPIELT | Fokus Europa VII“ frei.

Foto einer jungen Frau. Sie sitzt vor einem Baum auf einer Art Röhre, die nach vorne offen ist und oranges Licht ausstrahlt. Die Frau ist nur mit BH und Höschen bekleidet.
Marlene Lahmer: "source of heat - source of glory" (© Marlene Lahmer)

Aus Wien stammt Marlene Lahmer. Sie war vom 1. bis 15. Dezember 2025 Gastkünstlerin im Kunstforum in Freising. Sie ist eine feministische, interdisziplinäre Künstlerin und Autorin. In ihrer Arbeit verbindet Marlene materialbezogene, theoretische und sprachlich-lyrische Ansätze. Sie arbeitet mit Installation, Skulptur, Text und Performance.

Momentan liegt ihr Fokus auf dem Umgang mit wärmesensitiven Materialien, allen voran Glas, das sie nicht nur für prozesshafte Skulpturen verwendet, sondern dessen Geschichte und Ressourcennutzung sie immer wieder zur Bearbeitung weitreichender Fragestellungen von Geschlecht und Ökologie heranzieht.

In ihrem fortlaufenden Projekt „Thermal Encounters (Meetings with Heat)“ beschäftigt sich Lahmer mit Sozialformen, Geschlechterrollen und Körperprozessen, die durch Hitzetechniken in industrieller und künstlerischer Produktion entstehen. Die Photomontage „source of heat – source of glory“ bezieht sich aufs Glasblasen und zeigt eine weiblich gelesene Figur, die auf der glühenden Hitzekammer eines Glasofens sitzt.

Duschvorhang orange-blau beleuchtet mit Aufdruck, der verfremdete Akte von Menschen zeigt.
Marios Pavlou: "Backflip. Wave. Splash", 2023
Foto: (Foto: Phivos Philitas )

Marios Pavlou stammt aus Limassol (Zypern) und ist im Kunstforum seit 4. Februar zu Gast. Pavlou ist eine multidisziplinär arbeitende, auf Zypern lebende Person, die sich keinem Geschlecht konkret zuordnet.

Die künstlerische Praxis entfaltet sich durch die Schaffung hybrider visueller und narrativer Umgebungen, in denen sich bewegte Bilder, Performance, Musik, kreatives Schreiben und Malerei häufig überschneiden. Pavlou nutzt die Fiktion sowohl als

Methode als auch als Sprache und zeichnet Landschaften des Begehrens, der Identität und der Sexualität nach. Die entstehenden Werke bewegen sich zwischen Installation und Live-Performance.

In der Sprechperformance (Spoken-Word-Performance) mit dem Titel „Grass grows between the steps“ bezieht sich Pavlou beispielsweise auf zypriotische Geschichten und Aberglauben rund um Schwellen und Türöffnungen. Jeder Übergang – zwischen Räumen, über Grenzen hinweg, von drinnen nach draußen – bedeutet ein Abstreifen des Selbst. Was unsichtbar bleibt, wird zu einer verborgenen Erzählung, die in Fragmenten weitergetragen wird. Jeder Übergang birgt seine eigene Geschichte, in der natürliche Elemente, Sprache, Zaubersprüche und Gesten zusammenfließen, um die Schwellen zu offenbaren, die sowohl den Körper als auch das Zuhause prägen.

Die Performance beleuchtet Grenzen nicht als feste Punkte, sondern als lebendige Räume des Übergangs, in denen das Persönliche und das Kollektive, das Sichtbare und das Unsichtbare eine Wandlung erfahren.

Der Ungarische Künstler Péter Koppányi ist seit gut 10 Jahren in seinem Heimatland künstlersch aktiv. Er schafft vor allem zeitgenössische Kunstwerke auf Papier, wobei Graphit das Hauptmedium darstellt.

In seinen jüngsten Arbeiten unternimmt er den Versuch, die Erfahrungen der vergangenen Jahre anhand fotorealistischer Zeichnungen zusammenzuführen. Diese wirken auf mehreren Bedeutungsebenen. Die erste Ebene ist stets zutiefst persönlich – eine menschliche Erfahrung, ein Trauma, eine Situation oder eine Erinnerung, die sich tief im Künstler eingeprägt hat. Die zweite Ebene besteht aus starken visuellen Reizen, die bestimmte Emotionen oder Zustände zum Ausdruck bringen können. Dabei kann es sich beispielsweise um Fundstücke handeln, die als Skizzen Bestandteil eines persönlichen visuellen Archivs bilden.

Die dritte Ebene der Werke besteht aus eher verborgenen kunsthistorischen und/oder literarischen Bezügen. Die letzte Ebene ist die Zeichnung selbst – das Bild, das Koppányi kreiert, und die Art und Weise, wie er all diese Elemente darin miteinander verbinde, um ein neues visuelles Erlebnis zu schaffen.


Die Ausstellungsräume und das Café sind stufenlos zu erreichen.

Der Eintritt ist frei.